Aktivitäten
Wo man singt, da lass Dich ruhig nieder,
böse Menschen haben keine Lieder!
Um die Gemütlichkeit durch Gesang zu pflegen, hat der Stubenmeister Leo Balmer während seiner Amtszeit 1950-53 ein Fidelitas-Textliederbuch drucken lassen.
Viele der Liedertexte stammen von Fidelitässlern. Otto Karthaus komponierte den Fidelitas-Marsch. Fritz Fischer haben wir mehrere Dichtungen zu verdanken: Das Fidelitas-Lied, Evoe Fidelitas und das Bunker-Lied. Alphons Brosy beehrte die Gesellschaft 1945 mit dem Herrenobiglied, und Viktor Kreyenbühl schuf das Lied aus der Jubiläumsfeier 1942. Selbstverständlich sind auch viele Lumpenlieder und saftige Trinksprüche darin verewigt. Schon in den Anfängen der Gesellschaft wurde ein Musikus bestimmt, welcher Mitglieder der Fidelitas für ein Hausorchester aussuchte und mit ihnen probte. Otto Karthaus war der erste Musikus. Jahrzehntelang wurde das Hausorchester von Carlo Schmid geleitet. Vorerst bestand das Orchester nur aus Streichern und dem Klavierspieler. Es gab Violinvirtuosen, Cellisten, Bassgeiger und auch Schlagzeuger. Auch ein Handharmonikaspieler fand Einzug in diese auserlesene Runde. Bläser fehlten meistens. Das gab Gelegenheit, zugezogene Musikanten auch für unsere Gesellschaft zu interessieren. Einige heute noch sehr aktive Mitglieder haben durch diesen Weg zu unserer fröhlichen Runde gefunden. Seit sich auch noch Flötisten zugesellten, hat sich dann die Besetzung des Orchesters gewandelt. Aus dem "symphonischen" wurde das heutige Blasorchester mit Flöte, Trompete, Saxophon, Bass, Klavier und Schlagzeug gebildet.
Damit die Aktivitäten im Kreise unserer Gesellschaft gewahrt und gefördert werden können, braucht es eine besondere Organisation. Die Fidelitas hat durch die alljährliche Wahl eines Vergnügungskomitees am Herrenabend jene Institution geschaffen, welche die heikle Aufgabe und die Verantwortung für die Jahresaktivitäten übernimmt. Dieses Komitee wird vom Stubenrat auserlesen und zusammengestellt. Jeder Fidelitässler muss sich der wohlweisen Auswahl beugen. Es ist aber für alle Gesellschafter eine Ehre, ins Vergnügungskomitee (VK) gewählt zu werden. Dem Präsidenten dieses Komitees, dem VKP, und seinen Mitgliedern obliegt die Aufgabe, durchs Jahr sämtliche frohen und gemütlichen Zusammenkünfte zu organisieren. Früher waren Frühjahrs-, Herbst- und Mostbummel beliebt, heute werden Herrenpicknicks und Familienausflüge durchgeführt, zu welchen auch stets Frau und Kinder willkommen sind. Jahrzehntelang fand jeweils am Neujahrstag ein Empfang im Rütli statt.
Ein Höhepunkt unserer gesellschaftlichen Tradition bildet seit eh und je der Herrenabend. Diesem Anlass kommt eine ganz besondere Bedeutung zu. Er wird eröffnet durch den Einzug des in Talare gekleideten und mit Allonge-Perücken auf den weisen und ehrwürdigen Häupter dekorierten Stubenrat. Begleitet wird der feierliche Anlass durch das hauseigene Orchester, dessen künstlerische Bemühungen zwar gelegentlich eher zu den ersten humoristischen Einlagen zu zählen sind. In der gleichen Weise wird auch die Taufe der Säuglinge vorgenommen, denen man bei dieser Gelegenheit das Versprechen zur Einhaltung der Satzungen abnimmt. Die für die Taufe im Laufe der Zeit eingesetzten Geräte reichen von der Taufschale über die Spritzkanne und die Siphonflasche bis - der technischen Entwicklung folgend - zu den Feuerlöschern.
Diese Zeremonien wurden schon früh zur Tradition, um deren Einhaltung man sich bis in die heutige Zeit bemüht. Aus der Gesellschaftskasse wird je nach Kassabestand ein mehr oder weniger üppiges Mahl offeriert, z.B. 1902 Minestra und Barnum-Würste (Schüblig) mit Härdöpfelsalat oder 1922 etwas gehobener: Oxtailsuppe, Rippli mit Kraut und Dessert. Seit 1952 und bis heute hat der Präsident des Vergnügungskomitees das folgende Tischgebet zu verlesen:
O Du liebe Stoberoot
Du schaffisch für üs früeh und spoot
Du könntsch kei Rueh und
könntsch kei Rascht,
Du könntsch halt Sorge nur und Hascht.
Johr i, Johr us, rüeft Dich nur Pflicht,
Vom Dänke hesch Du Rümpf im Gsicht,
vom Hocke a de Hose Glanz,
au mit em Stuehlgang hesch di Not.
Mier alli g'sehnd wie's mit Dier stohd,
drum wemmer immer zue Dier stoh,
mit Appetit a s'Aesse goh,
ne grosse Schluck näh usem Glas
of's Wohl vo de Fidelitas.
Amen.
Der Herrenabend selbst entwickelte sich im Laufe der Jahre zum beliebtesten und bestfrequentierten Anlass der Gesellschaft. Da entpuppten sich unsere Fidelitas-Brüder zu Genies in Sachen Humor und wachsen zu Kapazitäten in Darstellung und Erfindergeist heran. Alle, so scheint es, werden von den Musen geküsst und zeigen, was an Kunst, Gesang, Poesie sowie mimischer und bühnenkünstlerischer Veranlagung das ganze Jahr hindurch brach liegt. Ideen und Utopien werden verwirklicht und darstellerisch auf die Bühne gezaubert. Mit Einzelvorträgen und Sketchs werden die Zuschauer überrascht. Wenn auch manchmal die Präzision etwas zu wünschen übrig lässt, so ist das Dargebotene vor allem mit viel Humor und versteckter Ironie gespickt. Grundsätzlich ist am Herrenabend Zuzug von fremden Kräften auf der Bühne verpönt. Man soll mit eigenen Leuten Unterhaltung bieten können. So sind schon sehr gute Herrenballets und Nummerngirls aufgetreten und haben damit grossen humoristischen Erfolg verbuchen können.
Herrenabende haben auch immer wieder Überraschungen gebracht. Es wollte einmal ein VKP sein Komitee arbeitsmässig schonen, indem er alle Produktionen "einkaufte". Der Abend wurde ein Misserfolg. Bei einer Säuglingstaufe liess ein anderer VKP statt mit Wasser zu taufen, Löschschaum benützen. In den zurechtgestellten Bidons befand sich aber kein Löschschaum, sondern Löschpulver. So wurde innert kürzester Zeit der Saal weissgeblasen, und alle Teilnehmer an diesem Herrenabend sahen wie Schneemänner aus. Das war wahrscheinlich der kürzeste Herrenabend, den die Fidelitas je erlebte. Vielfach gab es am Herrenabend auch künstlerisch sehr hochstehende Darbietungen, z.B. Gesellschafter, welche Opernsänger und -sängerinnen darstellten und imitierten. Mit Playback haben unsere Leute schon vor dreissig Jahren die Stimmen grosser Künstler auf der Bühne imitiert.
Der Saal des Hotels Rütli wurde jedes Jahr von Künstlern nach dem Motto des Abends dekoriert. Der schöne historische Raum wird jeweils vollständig umgewandelt, und beim Betreten hat man die Stimmung des Anlasses schon im Blut. Da entwickelten sich Meister im Dekorieren wie Edy Renggli senior, Seppi Amrein, Theo Bonorand und Max Baumann. Vorübergehend fanden einige Herrenabende auch im Kursaal statt.
Einige Mottos der Herrenabende:
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Motto |
Jahr |
VKP |
Lokal |
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2015 |
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2014 |
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2013 |
Heinz Urech |
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Piraten |
2012 |
Markus Fehlmann |
Hotel Schweizerhof |
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Schlagernacht |
2011 |
Roland Deuber |
Saal Maskenliebhaber |
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La dolce vita |
2010 |
Jörg Bisang |
Hotel Continental-Park |
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Himmel auf Erden |
2009 |
Alois Meile |
Saal Maskenliebhaber |
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Älplerchilbi |
2008 |
Werner Schmid |
Stadtkeller |
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1001 Nacht |
2007 |
Gino-Franco Paravicini |
Stadtkeller |
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Kurt H.Titlis |
2006 |
Chris D. Dittli |
Stadtkeller |
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Sau fidel |
2005 |
Edi Lussi |
Hotel Anker |
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Neptun ruft die fidelen Brüder |
2004 |
Hermann Nies |
Stadtkeller |
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Gaudi im Knast |
2003 |
Erwin Arnold |
Hotel Löwengraben |
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Phantom Fidelitas |
2002 |
Jörg Brast |
La Fourmy |
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Kompanieabend |
2001 |
Alois Arnold |
AAL |
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Venezianische Nächte |
2000 |
Georg Aicher |
Saal Maskenliebhaber |
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Grand Hotel Fidelitas |
1999 |
Peter Kunz |
Hotel Seeburg |
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s'Mass esch voll |
1998 |
René Giopp |
Stadtkeller |
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Hollywood |
1997 |
Hansruedi Zai |
Saal Maskenliebhaber |
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Flug nach Istanbul |
1996 |
Franco Della Torre |
Hotel Seeburg |
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Marietta Marion |
1995 |
Pierre Gassmann |
Saal Herren zum Schützen |
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Circus Circus |
1994 |
Armin Huber |
Hotel Union |
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Ein Schiff wird kommen |
1993 |
Ruedi Bucher |
Casino |
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Cabaret |
1992 |
Guerino Riva |
Casino |
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Eviva les Sambas |
1984 |
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Bei den alten Römern |
1983 |
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sprenge, renne, hötterle, euses Härz tuet böpperle |
1982 |
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Jägerlatein |
1981 |
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Fit-elitas |
1980 |
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Turmfäscht |
1976 |
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Zum Willybald ins Grotto |
1974 |
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Oh-Lumpiade |
1972 Olympia-Jahr |
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Zirkus Otto |
1961 |
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